Umfrage zur Zertifizierung Microsoft Certified Master (MCM) / Solutions Master (MCSM), Trainingsmöglichkeiten und Interview

Diesmal geht es in meinem Blog weniger technisch zu:

Ich habe vor kurzem bei XING eine kleine Umfrage durchführen lassen, um einmal zu erfahren, warum es weltweit, aber auch insbesondere im Deutschen Raum so wenige MCMs gibt. - Speziell außerhalb von Microsoft-Angestellten selber schwankt die Anzahl je nach Produkt zwischen 0 und 6.

UPDATE 31.8.13: Das MCM/MCA Programm wird mit dem 1.10.13 eingestellt - Zertifizierungen sind damit nicht mehr möglich! - Mehr dazu hier: Microsoft Certified Master & Architect (MCM & MCA) – Das Ende der Advanced Certification. – Und ein geplanter Neubeginn?

Die offiziellen Zahlen für Deutschland Ende Mai 2013 wie folgt - vornean die Gesamtzahl, in Klammern die Anzahl der MCMs davon, die nicht direkt für Microsoft arbeiten:

0 (0) Windows Advanced Infrastructure (hier gibt es gleich keine MCMs in Deutschland, aber weltweit auch nur 16)
5 (4) Windows Server Directory
9 (3) SQL Server                         
9 (6) SharePoint
7 (4) Microsoft Office Communications Server and Lync Server 2010
12 (5) Microsoft Exchange Server

(Quelle: www.microsoft.com/learning/en/us/mcm-certification.aspx - Hinweis, diese Quelle erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, ist aber die beste, die es gibt und kann daher gut für einen Vergleich herangezogen werden. Des weiteren möchte ich mich schon vorsorglich dafür entschuldigen, falls der Link nicht funktioniert: Diese Liste ist in den letzten 18 Monaten bereits 2 mal umgezogen, und nicht immer bekomme ich das schnell genug mit um den Link zu updaten. Für Hinweise bin ich dankbar.)

  • seit Beginn der Umfrage sind 2 MCMs für SQL Server 2008 dazugekommen, das sind 28%, kurz vor Erscheinen der Prüfung zum MCSM 2012 :-)
  • Das heißt, dass ich nun nach einem Jahr nicht mehr der einzige von Microsoft unabhängige MCM für SQL Server in Deutschland bin, sondern "nur" noch der Erste. :-)

Was sind nun die Gründe für diese geringe Anzahl?

Ganz abgesehen davon, das mit Sicherheit die gestellten Ansprüche ein Grund sind, sind bei der Umfrage folgende Antworten Zusammengekommen:

 UmfrageErgebnisse Microsoft-Certified-Master MCM_MCSM

- Es hatten sich 54 Teilnehmer an der Umfrage beteiligt. (Die Umfrage ist nun geschlossen, da mehr als 30 Tage bei Xing nicht möglich sind: www.xing.com/app/newsfeed?op=poll_detail;id=9673)

Nun kann man dort sicherlich vieles vermuten, und ich erhebe auch nicht den Anspruch einer wissenschaftlich fundierten Analyse. Aber einige Dinge fallen doch sehr ins Auge, darum möchte ich die einzelnen Punkte frei aus meiner (persönlichen) Sicht kommentieren.

1) 59% - Zeitlicher Aufwand

- hier wäre natürlich eine Aufteilung in WAS den zeitlichen Aufwand denn ausmacht interessant gewesen. Aber eigentlich können es nur 2 Dinge sein: Die Prüfung selber. – mit 5,5 Stunden ist die Lab in der Tat zeitaufwändiger als alle anderen Prüfungen. Aber kann das so viel ausmachen?
Bleibt: Die Vorbereitung, also das Lernen der Stoffe, die man vielleicht noch nicht in hinreichender Tiefe beherrscht. Interessanterweise ist Punkt 3 (erforderliches Know-How) dafür offenbar gar nicht das Problem. …

2) 54% - Zu teuer (Prüfung)

- zugegeben, die Prüfung ist nicht „billig““.
(Für das Erreichen dieser Zertifizierung sind ja 2 Prüfungen notwendig. Ein „Knowledge-Exam“, und ein „Lab-Exam“. Die Kosten liegen bei dem ersteren bei 367,- Euro. Das Lab-Exam ist das teurere, mit 2000 USD, was z. Z. rund 1550 EUR entspricht. Damit liegen die gesamt-Prüfungskosten also unter 2000 Euro. :-) )
PS: Möglicherweise ist das bei den Nicht-SQL Zertifizierungen etwas anders. Dabei sind mir Details nicht bekannt.

Insofern also die Frage unter Experten (Nicht Generalisten, da gelten sicherlich andere Regeln): können 2000 Euro so abschreckend viel sein?
Um mal aus dem Nähkästchen zu plaudern, was ich in meine Fortbildung investiere:
Ich bin jedes Jahr in den USA auf der großen SQL Server Konferenz. Ich bin zwar bekanntermaßen dort i.d.R. als Sprecher geladen, aber natürlich sind die Reisekosten nicht unerheblich. Den sogenannten „Verdienstausfall“ spreche ich jetzt nicht weiter an, denn das gilt für jegliche Fortbildung. Und ohne Fortbildung bleibt man stehen. - Das muss man sich einfach Wert sein.
Dazu kommen mindestens 2-3 weiteren Konferenzen, die dann noch so in Europa stattfinden und wo ich auch spreche. Für Vorträge muss man sich vorbereiten und im Zweifelsfall auch lernen. Selbiges gilt, wenn ich Schulungen gebe, ganz gleich welcher Art. Da kommen also schon einige tausend Euro zusammen.

Aber wie gesagt, diese Zertifizierung spricht auch eher Experten an, und da gehe ich davon aus, das das keine Summe ist, für die man lange sparen muss. Und wenn doch, dann wäre das eine Gelegenheit, einen höheren Stundensatz zu verhandeln, denn wer mehr weiß, ist im Zweifelsfall auch effizienter und spart seinem Kunden am Ende Zeit und Geld :)
Und spätestens bei wirklich komplexen Problemen geht man entweder an Microsoft CSS, oder eben einen unabhängigen MCM.

Aber das ist nur meine persönliche Einstellung dazu. Da die Prüfung kein Schnäppchen ist, ist ein kurzer Familienurlaub anstelle doch ein Argument.

3) 17% - Zu breites Know-How erforderlich

- so ist das letztlich auch gedacht :-)
Obwohl diese Zahl schon fast verdächtig gering erscheint, wenn man sich dann mal die Durchfallquote von 80% bei der Lab zum MCM ansieht. Aber "Durchfallen" tun ja immer die anderen, oder diverse Umstände sind schuld. ;-)
Nun zu Denjenigen, die hier ehrlich geantwortet haben:

- Mehr auf das Thema „Know-How“ gehe ich noch unter den Punkten 8 und 9 ein.
Hier nur so viel: diese Zertifizierung ist naturgemäß nicht für jeden, z.B. Generalisten geeignet. -
Ein guter Hinweis, ob man auf dem richtigen Pfad ist, sollte das Knowledge-Examen geben, welches im Multiple-choice Format aufgebaut ist, und einen Vorgeschmack auf die Komplexität der Lab geben kann. Wenn dieses
zu meistern schon eine Herausforderung ist, dann macht das Lab-Examen kurzfristig noch wenig Sinn, denn das ist dann nochmal ein gutes Stück angezogen und sollte selber nicht als Übung herhalten. Das Knowledge-Examen selbst im ersten Anlauf zu bestehen, sagt noch gar Nichts. Sorry, liebe Kollegen ;-). – Die echte Praxis macht den Unterschied. Dann kann man auch beide relativ flink bestehen. :-)

4) 48% - Kein finanzieller Nutzen

- Das kann man gelten lassen, da man seinen Stundensatz nicht unbedingt mal eben anheben kann und sollte. Die Frage ist vielleicht: sollte das DER Grund sein für die Zertifizierung?

Für mich persönlich ist eine Zertifizierung vielmehr ein guter Grund, sich Zeit nehmen zu müssen, sich also zu disziplinieren, um Dinge zu lernen, die man bisher entweder gar nicht kannte, oder noch nicht benötigt hat. Immer mit dem Zweck, am Ende aus einer möglichst großen Bandbreite an Techniken schöpfen zu können, wieder ein wenig mehr zu wissen. Vorwärtskommen also.

Ich möchte an dieser Stelle auch einmal darauf hinweisen, dass die meisten MCMs direkt von Microsoft kommen, und dort auf Firmenkosten geschult werden. Das hängt sicherlich nicht mit den Consulting-Preisen zusammen, sondern schlicht und einfach mit den für Ihre Arbeit nötigen tiefen Kenntnissen der Materie - wie man sie als MCM eben erwiesenermaßen hat.

5) 30% - Kein Anwendungsbedarf für das erforderliche Know-How

- Ja, auch das kann ein Grund sein. Wenn man vornehmlich in relativ langfristigen Projekten arbeitet, oder auch schlicht keine sonderlich anspruchsvolle / komplexe Umgebung zu verwalten hat, wird man weder das breite Wissen schon erworben haben (können), noch es jemals benötigen.
Es ist auch nicht jedermanns Sache, sich den größten Teil der Zeit mit komplexen oder tiefer liegenden Problemen herumzuschlagen (Ok, meine schon - schuldig im Sinne der Anklage :-) )

6) 17% - Fehlendes Trainingsangebot

- Das ist ein von offenbar wenigen als wichtig erachteter Punkt. Dennoch eine kurze Ausführung:
Was für Schulungen gibt es für den Erwerb des MCTS/MCITP, neu MCSA/MCSE?
Es gibt die sogenannten MOC-Kurse, in der Vergangenheit zu Recht wegen fehlendem Praxisbezug und auch Fehlerhaftigkeit bemängelt. Um einen solchen zu geben, muss man im Wesentlichen ein MCT (Microsoft Certified Trainer) sein, und auch auf dem Produkt, also z.B. SQL Server ITPro -Level zertifiziert sein. (Das sich viele nicht an diesen Mindeststandard gehalten haben, hat meines Erachtens viel zu dem schlechten Ruf der MOC-Kurse beigetragen – am Ende musste man auch wissen, welcher Schulungsanbieter welche Trainer einsetzt)
Dann gab es schon immer ein mannigfaltiges Schulungsangebot auf dem freien Markt. Denn letztlich ist für das Bestehen der Microsoft-Examen nur das Know-How erforderlich, nicht der Nachweis einer bestimmten Schulung (wie es beispielsweise bei Informatica der Fall ist)

Wie ist das nun beim MCM/MCSM?
Nun, auch da kommt es letztlich nur auf das Know-How an. Zwar ist die Durchfallquote bei der Lab mit 80% sehr hoch, aber schon beim zweiten Versuch schaffen es rund 50% - das weiß ich aus Gesprächen mit den damaligen Manager des Master-Programmes.

UPDATE: Seit Juni 2013 sind nun für sämtliche MCSM-Zertifizierungen keine Trainings mehr erforderlich. (Link zu Technet-Blog-Post) Bisher galt das ja nur für SQL Server - für Sharepoint z.B. musste man zwingend nach Redmond, wie ich auch erst später erfahren habe.

Und welches Trainingsangebot gibt es nun also, wenn man sich in einzelnen Technologien noch verbessern möchte? Zu Beginn bot Microsoft Schulungen direkt auf dem Campus an. Aufgrund von Qualitätsproblemen (! – Ja, richtig gehört. Brent Ozar schreibt hierüber recht anschaulich in seinem Blog Post: www.brentozar.com/archive/2010/04/sql-mcm-now-bad-stuff/ ) wurde das dann jedoch ausgelagert und letztlich darf jeder Schulungen mit dem Ziel „Master“ durchführen. (Aktuell sickern Informationen durch, dass es eine Neuauflage von Bootcamps in Redmond geben wird)
In den USA gibt es derzeit 2 mir bekannte Anbieter (SQLSkills: www.sqlskills.com und SQL Internals: www.sqlserverinternals.com )
Da Paul Randall von SQLSkills der ehemaliger Leiter des Microsoft-internen Vorläufers des SQL Server Master-Programms ist, und durch seine Arbeit an DBCC CHECKDB über detailliertes Know-How und internes Wissen über die Engine verfügt, habe ich mir selber alle 4 Wochen Training bei Redmond mit ihm gegönnt (In allen Bereiche von SQL Server Internas, Performance und Tuning, Hochverfügbarkeit, Disaster Recovery, und Programmierung von Geospatial über Service Broker bis Security). Einfach, um auch noch das letzte an Know-How erlangen zu können, welches sich nicht über Blogs und Bücher erlangen lässt. – Bei solchen Trainings lernt man eben auch, was man vorher noch nicht wusste, wonach man überhaupt suchen könnte, und Dinge, die in keinem Blog stehen.
- Leider ist aber konzeptbedingt das meiste inhaltlich Nichts, was man als MCITPro/MCSE nicht ohnehin schon wissen sollte.

War das notwendig für die Prüfungen? – Nein, absolut nicht. Das ist nur persönlicher Ehrgeiz und Anspruch – sowie einfach Spaß am Lernen und Wissen erlangen :-)
Dazu kommt natürlich auch das Networking mit den Kollegen in den USA. Für mich war das also das Richtige zu tun, zumal ich mich auch keinem gegenüber wegen der Zeit rechtfertigen muss :-)

Wie sieht es in Deutschland aus?
Hier bietet Microsoft natürlich auch nichts an.
Ich darf aber auf mein eigenes Trainingsangebot hinweisen. Als MCT und MCM führe ich seit diesem Frühjahr die SQL Server Master-Classes durch. Die erste Runde (Extended Events sogar 2mal) wird im Juni beendet sein. Die nächsten Termine werden im Moment für den Oktober 2013 geplant.
Für alle, die mehr wissen wollen („Hach, diese Doppeldeutigkeit“ :-D): www.sarpedonqualitylab.com/SQL_Master-Classes.htm

Ansonsten sind mir persönlich keine offizielle "Master-Trainings" bekannt außer in Bulgarien. Dort gibt es meines Wissens noch eine ähnliche Seminarreihe, geleitet von einer dortigen MCM-Kollegin.

7) 4% - Zertifizierung mir unbekannt

- Puh, immerhin in den IT Foren ist der MCM also doch gut bekannt. :-)

8) 35% - Zertifizierung meinen Kunden unbekannt

- Ja, das ist klar so, dass dieser Titel noch nicht den Bekanntheitsgrad hat, wie er ihn verdient hat. (Die geringe Zahl der Stimmen würde ich übrigens auch mit hier als Hinweis führen - denn ich habe sie sehr breit in den XING-Foren gepostet) Von einem Bekanntheitsgrad wie des seit über einem Jahrzehnt etablierten MVP ist der MCM weit entfernt. Dabei ist der MVP auch kein Zertifikat sondern ein Award. (Es findet also kein Examen statt. - mvp.microsoft.com) . Die neuerliche Umbenennung zum MCSM (…Solutions Master) wird sicherlich auch wenig helfen.

Und noch etwas möchte ich erwähnen, wie mir aus Gesprächen mit Paul Randall, der die Prüfung mit entwickelt hat, bewusst wurde: Der MCM ist nicht zuletzt deswegen erschaffen worden, um eine Zertifizierung anbieten zu können, welche sich nicht durch unlautere Methoden leichter beschaffen lässt.

- Siehe die Inflation von MCSE’s (dem alten Microsoft Certified System Engineer) aber letztlich auch von MCTS und MCITP, erzeugt durch Boot Camp Angebote, wo schnell viel auswendig gelernt wurde, um genau auf die Prüfungsfragen vorbereitet zu sein – oder durch die sogenannten „Braindumps“  – anstelle wirklich praktisches Wissen zu erlangen, wofür es keine Abkürzungen gibt, sondern Jahrelange Erfahrung. Darunter haben die Zertifizierungen so gelitten, das ein bloßes Zertifikat heute doch eher wenig bedeutet, bis man herausgefunden hat, was der Bewerber wirklich kann.

Die Prüfungen zum MCM sind genau deswegen zum einen so teuer und komplex, um die Weitergabe von Prüfungsinterna zu verhindern, und zum anderen eben auch so aufgebaut, das man sie nur mit echter Praxiserfahrung bestehen kann. - Und wenn diese Gewissheit, auf geprüfte praktische Erfahrung im Lösen von komplexen Problemen verweisen zu können kein guter Grund sind, dies seinen Kunden zu erklären.. :-)

- Es ist eben nicht als Prüfung gedacht, an welcher man sich austesten kann und sollte, um zu üben, sondern nach 2 spätestens Versuchen sollte sie zu bestehen sein – ansonsten braucht man vielleicht einfach noch ein paar Jährchen und komplexere Aufgaben („O-Ton“). Deswegen auch die verhältnismäßig langen Fristen für ein Retake. - In letzter Zeit sind auch diese Fristen von 3 Monaten auf 30 Tage herabgesetzt worden, was das mehrfache Wiederholen nach Fehlversuchen natürlich wesentlich vereinfacht. Ich persönlich stehe dem eher kritisch gegenüber, aber natürlich ist eine absolute Nischenzertifizierung auch nicht erstrebenswert.

Das „sich abheben“ ist eher ein Side-Effekt. Entscheidender ist der Nachweis/Beweis, den die bisherigen Zertifizierungen leider nicht erfüllen konnten.

(Hierin ist eine versteckte Aufforderung zum Handeln zu sehen.. :-))

9) 7% - Unrealistische Prüfungsthemen

- ich nehme mal an hiermit ist eher Punkt 3 oder Punkt 5 gemeint. („Zu breites Know-How erforderlich“, „Kein Anwendungsbedarf für das erforderliche Know-How“)
Ich kann jedenfalls versichern, dass sämtliche Aufgaben sehr wohl praxisrelevant sind. Mehr ins Detail möchte ich hier nicht gehen, bevor ich mich Verplappere ;-)
- Aber wenn jemand der für das MCM Programm das hier lesen sollte: Es dürfte auch noch ein Stück mehr sein, sowohl Breite, als auch durchaus Komplexität :-D

10) 2% - Leider (noch) nicht bestanden (Alles anonym :-) )

-  Immerhin einer der Stimmabgebenden hat sich die Prüfung auch selber angesehen. Ich hoffe, es fühlen sich bald noch weitere dazu ermutigt.

An dieser Stelle nochmal vielen Dank an alle Teilnehmer der Umfrage.

Hier geht es zu einer kleinen Diskussion, die sich zu dem Poll bei XING entwickelt hat. (Dieser Link ist jedoch nicht öffentlich. Dafür ist eine Xing- sowie Gruppenmitgliedschaft erforderlich.):

www.xing.com/net/pri23e6c8x/mcertified/fragen-und-antworten-q-a-139524/umfrage-zur-zertifizierung-als-microsoft-certified-master-solutions-master-44173596/

Auf sqlpodcast.de/index.php/2013/05/24/003-microsoft-certified-master/ wurde kürzlich auch ein Interview veröffentlicht, in welchem ich persönlich auf einige Aspekte der Zertifizierung zum MCM eingehe.

  • Inhalte:
    Microsoft-Zertifizierungen und Lernangebot
    Warum Zertifizierungen Sinn machen – und wann für wen oder für wen auch nicht
    Was den MCM die Prüfung zum MCM von den anderen „Breitenzertifizierungen“ unterscheidet
    Das Maestro-Programm (Das Gegenstück zum MCM für die BI-Suite des SQL Server) und seine ungewisse Zukunft.

Ein weiteres Interview mit mir, durchgeführt im März 2013 auf den Frankfurter Datenbanktagen, möchte ich meinen Lesern auch nicht vorenthalten: www.frankfurter-datenbanktage.de/index.php/interview-mit-andreas-wolter

Zum Schluss möchte ich noch festhalten, das wir als SQL Server Spezialisten, die Vorteile unserer Community, speziell der PASS (www.sqlpass.de) gar nicht genug betonen kann. Damit stehen wir unter allen Produktgruppen bei Microsoft wirklich stark heraus.

 


UPDATE 25.8.2013
Ich möchte an dieser Stelle auf einen sehr interessanten Thread auf dem Blog des italienischen Kollegen Marco Russo verweisen.
sqlblog.com/blogs/marco_russo/archive/2013/08/22/ssas-maestro-and-mcm-bi-mca-bi-mcsm-bi-make-your-voice-heard-ssas-mcsm-sqlserver.aspx
Insbesondere die Kommentare von Robert Davis (dem ehemaligen Leiter des MCM Programms) und Jen Underwood (die das SSAS Maestro Programm unter sich hatte) geben tiefe Einblicke in die Komplexität und den Support des MCSM und BI Maestro Programms.


Schöne Grüße und vielleicht sieht man sich auf einer der nächsten Konferenzen.


Als da wären:
SQLSaturday, St. Augustin, D 13.7.2013 inkl. PreCon am 12.7.,
SQLCon, Mainz, D 24.9.2013,
PASS Summit, Charlotte, USA 15.-18-10-2013
PASS Camp, Darmstadt, D 3.-5-12.2013


Andreas

MCM SQL Server

  • Helge Rutz
    Kommentar von: Helge Rutz
    28.05.13 @ 11:43:05

    Hallo Andreas, bei Deiner Umfrage hast Du meiner Meinung nach eine wichtige Kenngröße vergessen, nämlich das Anstellungsverhältnis bzw. die Tätigkeit. Je nachdem ob du Freiberufler bist, als Consultant in einem Beratungshaus arbeitetest, oder aber in der "internen IT" beschäftigt bist, wie etwa ich, ist das Ergebnis unterschiedlich zu bewerten. Ich persönlich hätte schon Lust den MCM SQL Server zu versuchen, aber mein Arbeitgeber sieht das als mein persönliches Freizeitvergnügen an. Er steht auf dem Standpunkt, dass er kein teures Zertifikat braucht um zu wissen wie gut ich bin, und neben den Kosten ist auch der Zeitaufwand bzgl. Schulung, Vorbereitung und Prüfung zu viel um dafür freigestellt zu werden. Einige Manager gehen sogar schon so weit, dass sie gar keine Zertifizierungen mehr unterstützen wollen, da man damit nur den Mitarbeitern beim Jobwechsel (also Verlassen des Unternehmens) hilft und selber keinen Mehrwehrt hat. Und meine Familie sieht darin auch keinen Mehrwert, der es rechtfertigt meine knappe Freizeit dafür zu verwenden. Der reichen schon meine PASS Aktivitäten ;-) Trotzdem finde ich die Umfrage und Deine Interpretationen schon recht interessant und denke das das einigen bei der Entscheidung hilft. Einen Punkt könntest Du dabei vielleicht noch einmal näher beleuchten. Ich stimme Dir zu, dass die MCM Inhalte zu 100% realitätsnah sind, aber ich wage doch die Frage zu stellen wie viel davon entspricht der Arbeitsrealität des Einzelnen. Wie hoch ist also der lerntechnische Mehrwert für den Einzelnen für seine persönliche tägliche Arbeit? Viele Grüße Helge

  • Kommentar von: Andreas Wolter
    28.05.13 @ 16:10:23

    Hallo Helge, vielen Dank für die Ergänzung. Ganz klar gibt es sicher noch den einen oder anderen Grund, den ich nicht als Antwortmöglichkeit dabei habe, bzw. man hätte 2 Umfragen machen können mit verschiedenen Zielgruppen. Aber das wollte ich dann doch nicht. In jedem Fall: Deine einleitende Ergänzung enthält für mich zwei Aspekte, die ich gerne aufgreife. Im Anschluss dann gehe ich auf die Frage des praktischen Mehrwertes ein. Zunächst: Viele Arbeitgeber sehen nicht ein, Geld und Zeit bereitzustellen. Das kann man wieder auseinandernehmen: die direkten Kosten in Prüfungsgebühren. Die stehen im Raum und sind da erstmal nicht wegzudiskutieren. Ich komme aber darauf gleich nochmal. Der andere Teilaspekt ist „die Zeit“. Und diese richtet sich einzig und allein nach dem bisherigen Know-How des Arbeitnehmers. Es ist ja keineswegs so, dass man zwangsweise eine lange Vorbereitung braucht. Unter meinen MCM-Kollegen sind auch einige (wenn auch wenige), die die Prüfung aus dem Stand bestanden haben. Ich selber habe mir auch einige Wochen, verteilt über einen längeren Zeitraum, genommen. Was ich damit sagen will: die benötigte Zeit ist sehr individuell. Und damit ist es letztlich eine Frage: lohnt es sich (für den Arbeitgeber, oder den freien Consultant), das noch fehlende Praxis-Know-How zu erarbeiten oder nicht? Also letztlich: Wie sieht der Aufgabenbereich aus? Und damit läuft es genau auf den von Dir erwähnten praktischen Mehrwert hinaus. Und diese Frage versuche ich mal so zu beantworten: Zum einen gibt es da die Unterteilung in „freier Berater“ und „Angestellter Amin/Entwickler“, mit all ihren Varianten, die Seiten füllen würden. Als freier Berater ist vom Prinzip her die Wahrscheinlichkeit höher, das man über die Jahre mit vielen verschiedenen Problemen aus verschiedenen Bereichen des SQL Server konfrontiert wird. – Aber das ist kein Automatismus. Viele „Externe“ arbeiten durchaus Monate in der gleichen Funktion. – Ich persönlich mache soetwas nicht. Ich bin Architekt und begleite Projekte zwar auch langfristig, aber ich entwickle nicht Wochen- Monatelang an etwas, nachdem ich die Vorgaben und Templates erstellt habe. So schaffe ich schon mehrere Projekte gleichzeitig auf der Ebene zu betreuen. Zum anderen ist ein wichtiger Aufgabenbereich der 3rd Level Support. Dann einzuspringen wenn es irgendwo brennt. Sei es ein akutes Performance-Problem, welches i.d.R. eben nicht simpel ist, Datenrettung, oder auch ein Sicherheitsvorfall. Also sehr wechselhafte Aufgabenbereiche, für welche oft auch verschiedene Techniken zum Einsatz kommen müssen (Beim Performance-Problem kann es von Locking über Snapshots, zu Hochverfügbarkeitstechniken und Datenbankdesign oder andere Programmieransätze wie z.B. asynchrone Verarbeitung gehen). Wie sieht es bei Festangestellten aus? Die Mehrzahl hat dort doch ein eher fest umrissenes Aufgabengebiet. Dann gibt es oft aber einen Team-Lead, und von diesem wird durchaus mehr erwartet. Des Weiteren hängt das doch sehr stark von der Branche ab: Ein IT-System selber hat natürlich einen viel höheren Prozentsatz an solch flexibel einzusetzenden Angestellten. Und da wäre ich bei einer geradezu ins Auge stechenden Auffälligkeit: In Deutschland gibt es offenbar wenige Firmen die so hochspezialisiert und fest im Markt verankert sind, das sie es als „Mindeststandard“ ansieht, über einen Stab an MCMs und MCAs zu verfügen. Schauen wir mal nach England. Dort gibt es eine fast schon markbeherrschende Firma, COEO die über 6 MCMs inkl. Einem MCA verfügt (!). Zugegeben, das sehe ich auch nicht als ideal an. Aber der IT-Markt sieht in Großbritannien einfach anders aus. Aber auch in den USA: Dort gibt es nicht DIE eine große Firma, sondern mehrere, auch bei uns unbekannte große Firmen, bei welchen es zum guten Ton, nein schon eher als von den Kunden verlangten Mindeststandard gehört, einen MCM stellen zu können. Dass das wirklich verlangt wird von den Kunden, kann ich aus Gesprächen mit meinen MCM-Kollegen bestätigen. Ich denke, über kurz oder lang, wird das auch bei uns der Fall sein, wenn man in einer bestimmten Liga mitspielen möchte. Und damit gebe ich Dir Recht, dass die primäre Zielgruppe eher bei IT-Dienstleistern sowie selbstständigen Spezialisten liegt. sonnige Grüße heute aus Düsseldorf Andreas

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